Auch im Jahr 2023 ist davon auszugehen, dass die Strompreise sich wieder erhöhen werden. In den letzten Jahren haben die Energievesorger stetige Tarifanpassungen vorgenommen – für gewöhnlich nach oben hin und zum Leiden vieler Verbraucher.
Inhalt
- Worauf sollten Verbraucher beim Wechsel zu Ökostrom achten?
- Doch welche Gründe gibt es für Verbraucher, sich für Ökostrom zu entscheiden?
- Worauf müssen Verbraucher beim Umstieg auf Ökostrom achten?
- Die wichtigsten Zertifikate und Siegel für Ökostrom
- So funktioniert der Wechsel zu Ökostrom
- Hinweise zum Ökostromwechsel
Aus diesem Grund ist es nur logisch, dass man sich fragt, ob es nicht eine günstigere Möglichkeit gibt. Eine sowohl umweltfreundliche als auch Geld sparende Lösung kann deshalb der Umstieg auf Ökostrom sein.
Noch bis vor einigen Jahren galt grüner Strom, wie Ökostrom auch genannt wird, als deutlich teurer als konventionelle Energie. Da jedoch mehr und mehr Menschen auf nachhaltige Energien setzen und einen Beitrag zum Umweltschutz leisten möchten, haben auch die Stromversorger längst darauf reagiert und es ist ein regelrechter Preiskrieg auf dem Strommarkt entbrannt.
Immer mehr Stromanbieter versuchen, sich mit immer günstigeren Tarifen zu unterbieten. Als Kunde hat man somit die Möglichkeit, auf den preiswertesten Tarif umzusteigen und dadurch nachhaltig Geld zu sparen. Dazu kommt, dass viele Anbieter spezielle Neukundenboni offerieren, die teilweise sofort ausgezahlt werden.
- Wichtig ist prinzipiell, bei einem Vergleich darauf zu achten, dass es sich wirklich um Ökostrom handelt, der zu 100 % aus regenerativen Energien gewonnen wird – denn nur dann leistet man als Kunde einen Beitrag zum Umweltschutz. Dies ist leider nicht immer der Fall, weswegen Verbraucher genau hinsehen sollten.
- Doch warum ist konventioneller Strom in der heutigen Zeit teurer als Ökostrom? Obgleich der nicht allzu große Preisunterschied im Vergleich zu konventioneller Energie zahlreiche Verbraucher positiv überrascht, ist dieses Gefälle nichts Ungewöhnliches.
- Der Kostenunterschied begründet sich vor allem darauf, dass die Produzenten von Atomenergie in den letzten 50 Jahren vor allem staatliche Mittel erhielten.
- Wäre dies nicht der Fall, davon sind Experten überzeugt, wäre konventioneller Strom deutlich teurer. Und da eine ständige Kontrolle und Anpassung hinsichtlich modernster Sicherheitsstandards bei Atomkraft immer Kosten verursacht, ist Ökostrom für viele Versorger mittlerweile die günstigere Lösung – zumal Atomenergie ohnehin stark in der Kritik steht.
Worauf sollten Verbraucher beim Wechsel zu Ökostrom achten?
Da Atomenergie alles andere als gut für unsere Umwelt und die Erde ist, sollte sich jeder Verbraucher mit dem Thema Ökostrom auseinandersetzen. Denn je mehr Menschen sich gegen Atom- und Kohlekraft stellen und auf regenerative Energien setzen, desto schneller werden auch unschöne und riskante Atomkraftwerke aus Deutschland verschwinden. Zudem fördert jeder einzelne Kunde durch den Bezug von Ökostrom den Ausbau regenerativer Energien – zumindest dann, wenn es sich um nachhaltigen Ökostrom handelt, was nicht selbstverständlich ist.
In Deutschland bezieht bereits fast jeder dritte Haushalt grünen Strom, was bereits eine ganze Menge ist. Und genau weil die Nachfrage so hoch ist, buhlen die Stromversorger um Neukunden und bieten immer günstigere Preise an. Als Verbraucher muss man dann nur noch aus der riesigen Auswahl an Angeboten den günstigsten Tarif finden und kann dann direkt zu einem neuen Energieversorger wechseln.
Ist man derzeit bei einem lokalen Grundversorger Kunde, kann man fast sicher sein, dass der Umstieg zu Ökostrom langfristig eine Menge Geld sparen kann.
Doch welche Gründe gibt es für Verbraucher, sich für Ökostrom zu entscheiden?
Ein erster wichtiger Grund ist, dass regenerative Energiequellen uns in unbegrenzter Menge zur Verfügung stehen: Sonnen-, Wasser- und Windkraft sind im Gegensatz zu fossilen Brennstoffen wie Erdöl und Erdgas jederzeit verfügbar und schaden der Umwelt nicht. | Daraus ergibt sich ein weiterer Vorteil: Jeder Verbraucher, der auf echten Ökostrom umsteigt, leistet einen Beitrag zum Anstieg des Anteils nachhaltiger Energie auf dem deutschen Strommarkt. Gleichzeitig nimmt der Bezug fossiler Brennstoffe immer mehr ab. |
Der wichtigste Grund für einen Wechsel ist jedoch der Umweltschutz: Grüne Energie verursacht keinerlei schädliche CO2-Ausstöße und schaden somit der Luft nicht. Dies ist ein wichtiger Beitrag zur Reduzierung der Erderwärmung, die ohnehin immer weiter voran schreitet. | Wer auf Ökostrom umsteigt, reduziert somit seinen individuellen CO2-Fußabdruck. Bei einem Haushalt mit zwei Personen sind dies pro Jahr rund eine Tonne CO2, die eingespart werden – und auch radioaktiver Müll fällt nicht an. |
Worauf müssen Verbraucher beim Umstieg auf Ökostrom achten?
Der Energiemarkt bietet verschiedene Arten von Stromversorgern, auf die Verbraucher zurückgreifen können. Dazu zähen neben lokalen Grundversorgern klassische Stromriesen, die in ganz Deutschland verfügbar sind, aber auch kleine regionale Versorger und reine Ökostrom-Anbieter.
Ein Großteil der Stromversorger offeriert Tarife, die sich zu verschiedenen Anteilen aus Öko-, Atom- und Kohleenergie zusammensetzen. Daher sollte man die Unterschiede zwischen den verschiedenen Anbietern kennen, um die richtige Wahl treffen zu können.
Wünscht man sich zu 100 % umweltschonende Energie, ist es zu empfehlen, sich für einen unabhängigen Energieversorger zu entscheiden. So kann man sicher sein, ausschließlich den Betrieb und die Förderung neuer Öko-Kraftwerke zu unterstützen. Es gibt allerdings inzwischen zahlreiche Anbieter von Ökostrom, die Tochterkonzerne von bekannten großen Stromanbietern sind und die trotzdem noch immer Atomenergie erzeugen. Dies sollte im Vorfeld geprüft werden, damit man wirklich nur regenerative Energien unterstützt.
Verbraucher sollten vor dem Abschluss eines Vertrags für Ökostrom grundsätzlich darauf achten, dass der jeweilige Anbieter den Bau neuer Kraftwerke für regenerative Energien fördert. Denn nur dann kann man sich darauf verlassen, dass auch in Zukunft bevorzugt Ökostrom produziert werden wird.
- Bei vielen Tarifen für grünen Strom ist es beispielsweise so, dass der Kunde pro Kilowatttunde 1 Cent spendet, der direkt in den Bau neuer Öko-Kraftwerke fließt. Somit leistet jeder Kunde einen individuellen und sehr wertvollen Beitrag zum Umweltschutz.
- Allgemein gilt es vor einem Vertragsabschluss mit einem neuen Stromversorger stets darauf zu achten, dass der Vertrag möglichst transparent ist und die Konditionen für den KUnden klar sind.
- Unterschiede zeigen sich hier vor allem hinsichtlich der Kündigungsfrist und der Mindestvertragslaufzeit – wer flexibel bleiben will, entscheidet sich am besten für einen Tarif mit kurzen Laufzeiten bzw. Fristen. So kann man, wenn sich der Markt ändert, erneut zu einem günstigeren Stromversorger wechseln.
- Es sollte sich immer um einen seriösen, vertrauenswürdigen Anbieter handeln, bei dem es keine versteckten Kosten und eine möglichst lange Preisgarantie gibt.
Viele Energieversorger bieten ihren Neukunden Boni an und belohnen sie damit für den Wechsel zu einem neuen Anbieter. Doch man sollte sich hier die Frage stellen, ob man darauf wirklich angewiesen ist – denn nicht immer ist ein Neukundenbonus ein Gewinn. Sind nämlich langfristig die weiteren Konditionen teurer und zahlt man am Ende mehr als vorher, lohnt sich auch der Umstieg nicht.
Man sollte sich darüber im Klaren sein, dass auch seriöse Ökostrom-Anbieter nichts zu verschenken haben und ihren Kunden nur dann Boni anbieten, wenn sie mindestens 12 oder 24 Monate lang Kunde bleiben. Es kann also gut der Fall sein, dass man vorher gar nicht aus einem laufenden Vertrag austreten und erneut wechseln kann, wenn der Anbieter irgendwann teurer ist als die Konkurrenz.
In den meisten Fällen rentiert sich ein Ökostromtarif mit einem Neukundenbonus nur dann, wenn man beabsichtigt, nach einem Jahr erneut einen Wechsel anzustreben. Hierbei ist es unverzichtbar, stets auf dem aktuellsten Stand zu bleiben, um bei Veränderungen auf dem Strommarkt sofort reagieren zu können.
Die wichtigsten Zertifikate und Siegel für Ökostrom
Wer sich als Verbraucher bislang nicht mit dem Thema Ökostrom auseinandergesetzt oder noch nie einen Wechsel zu einem anderen Stromversorger durchgeführt hat, weiß oft nicht, woran er sich orientieren soll. Hier helfen Gütesiegel und Zertifikate verschiedener Prüforganisationen weiter.
Wirklich guter Ökostrom ist beispielsweise Ökotest-Testsieger, vom TÜV zertifiziert oder auch mit anderen Labels augezeichnet. Hier sollte vor allem auf das Gütesiegel „Grüner Strom“ geachtet werden, welches eines der ältesten Gütesiegel in Deutschland ist wenn es um nachhaltige Energie geht. | Ein Stromversorger bekommt nur dann dieses Prädikat, wenn er tatsächlich den Ausbau regenerativer Energien fördert und seinen Kunden Ökostrom offeriert, der vollständig aus Solar-, Wind- oder Wasserkraft erzeugt worden ist. |
Anders sieht es mit sogenannten RECS-Zertifikaten aus (Renewable Energy Certificate System). Sie sind kein Gütesiegel und daher auch keine Garantie für Qualität oder 100 % grüne Energie. Anbieter von Ökostrom können ein solches Zertifikat einfach kaufen und sich damit auszeichnen, aber dennoch Strom aus Kohle- und Atomenergie verkaufen. | Viele Verbraucher erkennen diesen Unterschied aber nicht und machen somit den Fehler, sich für einen solchen Anbieter zu entscheiden. Genau deshalb ist es wichtig, sich vor dem Vergleich umfassend über Ökostrom zu informieren, um keinen Fehler bei der Auswahl des neuen Energieversorgers zu machen. |
So funktioniert der Wechsel zu Ökostrom
Der erste Schritt ist stets, sich nach einem günstigeren Anbieter als dem derzeitigen umzusehen. Am einfachsten gelingt dies mit einem Strompreisvergleich im Internet: Hier müssen in einen Tarifrechner lediglich die Postleitzahl des Wohnorts sowie der durchschnittliche Jahresverbrauch eingetragen werden.
Hat man diese nicht zur Hand, hilft ein Blick auf die letzte Stromrechnung. Nun wertet der Vergleichsrechner alle rund um den Wohnort zur Verfügung stehenden Versorger aus und bietet die Möglichkeit, sich umgehend für ein Angebot zu entscheiden. Auf der Webseite des jeweiligen Anbieters lassen sich dann entsprechende Formulare ausfüllen oder herunterladen, so dass einem Wechsel nichts mehr im Wege steht.
Wichtig ist, beim Vergleich darauf zu achten, dass auch wirklich nur Anbieter von Ökostrom in der Ergebnisliste angezeigt werden. In der Regel gilt es hierfür einen Filter, den man vor der Suche aktivieren kann.
Eine Abmeldung beim alten Versorger ist für den Kunden nicht nötig – dies wird in der Regel vom neuen Stromanbieter übernommen. Der Wechsel des Anbieters funktioniert reibungs- und lückenlos, man muss sich also keine Sorgen darum machen, dass der Strom irgendwann kurzzeitig abgeschaltet ist. Vom eigentlichen Wechsel bekommt der Kunde nichts mit. Allerdings kann es trotzdem sein, dass der Wechsel nicht sofort erfolgen kann, sondern die Kündigungsfrist beim letzten Anbieter noch eingehalten werden muss.
Je nach Versorgertyp kann es sich dabei um nur zwei Wochen, aber auch um zwei Monate oder mehr handeln – dies sollte im Vorfeld erfragt werden. So schützt man sich auch davor, eine bald endende Kündigungsfrist zu verpassen und womöglich noch für ein weiteres Jahr an denselben Anbieter gebunden zu sein.
Hinweise zum Ökostromwechsel
Eine alte Rechnung erspart viel Arbeit
- Bevor man zu einem Ökostromanbieter wechselt, ist es wichtig, einige Daten wie den eigenen Jahresverbrauch zu kennen. Diesen findet man auf der letzten Stromrechnung. Anhand des Verbrauches kann man anschließend einen passenden und günstigen Ökostromanbieter finden.
- Liegt die letzte Stromrechnung nicht mehr vor oder man möchte sich nur grob über die verschiedenen Stromtarife informieren, kann man auf statistische Werte zurückgreifen. Diese liegen für einen Single-Haushalt bei 1500 Kilowattstunden und bei einer vierköpfigen Familie bei 4500 Kilowattstunden.
- Hat man die letzte Rechnung zur Hand, bietet es sich an, hier auch bereits die aktuellen Kundendaten bei dem bisherigen Anbieter, den man ebenfalls bei einem Anbieterwechsel angeben muss, zu notieren. Dazu gehört beispielsweise die Kundennummer.
- Ebenfalls findet man dort auch die Nummer des Stromzählers. Diese wird ebenfalls für den Stromanbieterwechsel benötigt, da sie eindeutig die Verbrauchsstelle kennzeichnet. Diese Nummer findet sich ebenfalls direkt auf dem Stromzähler und steht dort meist ober- oder unterhalb eines Barcodes.
Liegt einem die Rechnung vor, findet man dort in der Regel auch die Vertragslaufzeit und die Kündigungsfrist. Beauftragt man den Anbieterwechsel zu spät, ist man unter Umständen eine weitere Vertragsperiode an den bisherigen Anbieter gebunden und ein Wechsel zu einem Ökostromanbieter kann sich erheblich verzögern.
Den passenden Ökostromanbieter finden
Mittlerweile verfügt fast jeder Stromanbieter auch über entsprechende Ökostromtarife. So bieten viele Stadtwerke und Grundversorger ebenfalls solche Tarife an. Diese sind allerdings oftmals nicht die Günstigsten und mit anderen Anbietern lässt sich somit erheblich Geld sparen. Auch stehen manche Grundversorger in Verbindung mit großen Kohlestromerzeugern, sodass ein Teil des Geldes auch dorthin fließt.
Um einen Überblick bei der Vielzahl an Tarifen zu erhalten, greifen viele zu einem Preisvergleich im Internet. Mit diesen lässt sich schnell und einfach ein guter Tarif finden. Hierbei wird einem oft auch die konkrete Ersparnis zu dem bisherigen Stromtarif angezeigt. Auch lassen sich über solche Portale zukünftige Anbieterwechsel schneller durchführen, da dann die persönlichen Daten bereits vorausgefüllt sind und nur wenige Schritte ausgeführt werden müssen.
Um den passenden Anbieter zu finden, sollte man sich vorab auch Gedanken darüber machen, ob man einfach „nur“ einen Ökostromtarif möchte oder ob man mit dem Wechsel „mehr“ erreichen möchte. Einige Ökostromanbieter kaufen beispielsweise Nachweise, dass eine bestimmte Menge Ökostrom im Ausland produziert wurde, wohingegen andere Anbieter den Strom selbst aus erneuerbaren Energien herstellen und auch den aktiven Ausbau solcher Energieformen fördern. Einen guten Anhaltspunkt hierfür liefern sogenannte Ökostrom-Labels.
Ökostrom-Labels
- Da Ökostrom nicht gleich Ökostrom ist, gibt es einige Labels, die helfen sollen, einen besseren Überblick über die Stromtarife zu erhalten und gewisse Kriterien garantieren.
- Ein sehr bekanntes Ökostrom-Label ist „Grüner Strom“, welches gleichzeitig auch das älteste deutsche Grünstrom-Label ist. Dieses Label wird von vielen Umweltverbänden wie beispielsweise BUND oder dem Naturschutzbund empfohlen.
- Bei der Vergabe wird darauf geachtet, dass der Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen gewonnen wird. Ebenfalls muss der Anbieter in neue Ökostrom-Anlagen investieren.
- Eine große Bedeutung hat auch das Label „ok power“, welches seit 2016 existiert. Um dieses zu erhalten, müssen die Stromanbieter verschiedene Wahlpflichtkriterien aus den Bereichen „innovative Projekte“, „Weiterbetrieb ehemals geförderter Anlagen“ und „Neuanlagenförderung“ erfüllen.
- So investieren Anbieter beispielsweise einen Beitrag von 0,3 Cent je Kilowattstunde in Projekte, die die Energiewende beschleunigen.
Ebenfalls findet man häufig die Zertifizierungen des TÜV Süd. Hierbei wird zwischen den Standards EE01 und EE02 unterschieden. Beide Standards haben gemeinsam, dass der Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen stammt. Ein weitergehendes Kriterium des EE02 Standards ist es, dass mindestens 75 Prozent der Preisaufschläge des Stromanbieters der Förderung des Klimaschutzes dienen und so zum Beispiel neue Ökostrom-Anlagen gebaut werden.
Auch der TÜV Nord vergibt ein Ökostrom-Label namens „Geprüfter Ökostrom“. Hierbei muss der Strom ebenfalls zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen stammen. Außerdem muss mindestens ein Drittel des Stroms aus Anlagen stammen, die nicht älter als sechs Jahre sind oder der Anbieter muss pro Kilowattstunde 0,1 bis 0,25 Cent in solche investieren.
Vertragsbedingungen prüfen
Normalerweise hat man nach kurzer Zeit einen passenden Stromanbieter gefunden und alles scheint perfekt. Bevor man jedoch den Vertrag abschließt, sollte man unbedingt die Vertragsbedingungen prüfen. Einen Blick sollte man auf jeden Fall auf die Vertragslaufzeit und die Kündigungsfrist werfen. So können manche Verträge nach der Erstvertragslaufzeit monatlich gekündigt werden, wohingegen andere jährlich oder sogar erst zweijährlich gekündigt werden können.
Ebenfalls von entscheidender Bedeutung sind die Preisgarantien. Hierbei sollte darauf geachtet werden, dass diese im besten Fall während der gesamten Erstvertragslaufzeit gilt. In Verbindung mit einer monatlichen Kündigungsfrist bietet ein solcher Vertrag Planungssicherheit und eine große Flexibilität.
Um Neukunden zu gewinnen, setzten viele Anbieter Bonuszahlungen ein, um die Preise niedriger wirken zu lassen. Dabei sind einerseits Sofortboni verbreitet, die meist nach einigen Monaten ausgezahlt werden, und andererseits Neukundenboni, die am Ende des ersten Vertragsjahres an den Kunden gezahlt werden.
Oft erhalten Neukunden statt des Geldes auch Dinge wie beispielsweise Spielekonsolen oder Smart-Home-Geräte. Trotz hoch wirkender Bonuszahlungen sollte man dennoch nicht den eigentlichen Strompreis außer Acht lassen, da einige solcher Anbieter nicht unbedingt die Günstigsten sind. Ebenfalls sollten auch die Bedingungen beachtet werden, damit überhaupt ein Bonus ausgezahlt wird.
Mythen rund um den Stromanbieterwechsel
- Einige gehen davon aus, dass es bei einem Stromanbieterwechsel zu einer Unterbrechung der Stromversorgung kommen kann.
- Dies ist nicht der Fall, da aufgrund des Energiewirtschaftsgesetzes der örtliche Grundversorger dazu verpflichtet ist, die Stromversorgung zu jeder Zeit zu übernehmen.
- Das passiert auch, wenn der neue Energieversorger bankrottgehen sollte. Die Stromversorgung ist also zu jeder Zeit gesichert.
- Viele denken, dass ein Stromanbieterwechsel mit einem hohen bürokratischen Aufwand verbunden ist. Wie bereits an den obigen Punkten zu erkennen ist, ist ein Wechsel mit keinem großen Aufwand verbunden.
- Gerade dann, wenn der Anbieterwechsel online durchgeführt wird, gibt es normalerweise keinen lästigen Papierkram und der Wechsel ist schnell erledigt.
Manche wechseln nicht zu einem Ökostromanbieter, da sie sagen, dass ohnehin immer derselbe Strom aus der Steckdose kommt, egal ob man einen Ökostromtarif besitzt oder nicht. Dies ist korrekt, da man nach einem Anbieterwechsel natürlich immer noch an dasselbe Stromnetz angeschlossen ist. Der Strommix in Deutschland besteht aus verschiedenen Energieerzeugungsarten, wie zum Beispiel Kernenergie, Kohle und auch erneuerbaren Energien.
2016 lag der Anteil der erneuerbaren Energiequellen bei ca. 30 Prozent. Mit einem Ökostromtarif trägt man aber dazu bei, dass sich der Anteil dieser vergrößert. Dies bedeutet also: Wechseln mehr Menschen zu einem Ökostromtarif, steigt der Anteil der erneuerbaren Energien im Strommix Deutschlands.
Ökostromanbieter wechseln:
Seit der Atomkatastrophe in Japan hat sich das ökologische sowie ökonomische Bewusstsein hierzulande stark gewandelt. Viele Kunden fragen sich, wie sie beim Ressourcen sparenden Stromverbrauch mitwirken können. Durch den Wechsel zum Ökostrom, der aus regenerativer Energieerzeugung stammt oder aus energieeffizienter Produktion gewonnen wurde, kann ein wertvoller Beitrag von jedem Einzelnen geleistet werden. Das Bewusstsein für Klima- sowie Umweltschutz ist gestiegen. Überdies werden durch die Verwendung von regenerativ gewonnener Energie CO2-Emissionen vermieden, die durch die Verbrennung von fossilen Energieträgern, wie beispielsweise Gas oder Kohle entstehen. Wegen des bereits unterzeichneten Ausstiegs aus der Kernenergie der BRD werden diese Quellen in Zukunft den überwiegenden Anteil an der Stromproduktion ausmachen.
Was ist Ökostrom?
Ökostrom ist die Sorte Strom, die mit umweltschonenden Mitteln hergestellt wird. In Deutschland wird Ökostrom vornehmlich aus erneuerbaren Quellen erzeugt. Das sind beispielsweise Wind- und Wasserkraft sowie Biomasse, die zum Beispiel entsteht, wenn Holzabfälle verfeuert werden. Zu einem kleineren Anteil zählt auch Solarstrom, der aus Fotovoltaikanlagen stammt zu der Sparte Ökostrom. Im Weiteren gilt als Ökostrom, wenn der Strom aus Anlagen gewonnen wird, die mit einer Kraft-Wärme-Kopplung arbeiten. Das ist auch dann der Fall, wenn diese mit fossilen Energieträgern wie zum Beispiel Erdgas verfeuert werden. Das ist darauf zurückzuführen, dass in diesem Verfahren zur gleichen Zeit Strom und Wärme erzeugt wird. Das ist eine effiziente Art der Energiegewinnung, die daher als klimaschonender angesehen wird, als die reine Erzeugung von Strom.
Wie viel Ökostrom wird derzeit in Deutschland hergestellt?
Der Teil der erneuerbaren Energien den der Ökostrom am Stromverbrauch insgesamt hat, wird in Deutschland aktuell mit ungefähr 17 Prozent bemessen. Da immer mehr Anbieter auf Ökostrom umstellen, ist diese Tendenz im Ansteigen begriffen. Der Hauptgrund für diese rasante Entwicklung ist in dem ‚Erneuerbare-Energien-Gesetz‘ (EEG) zu suchen. Durch das EEG muss immer dafür gesorgt werden, dass dem Ökostrom ein Vorrang bei der Einspeisung ins Stromnetz eingeräumt wird. Zum anderen wird den Erzeugern des Ökostroms die Abnahme des hergestellten Stroms zu einem Preis garantiert, der für diese einen Gewinn einbringt. Die Kosten werden auf die Gesamtheit der Stromkunden umgelegt. Diese liegen derzeit bei ungefähr 3,5 Cent pro Kilowattstunde. Das bedeutet, dass jeder Stromverbraucher indirekt an den Ausgaben für die Gewinnung von Ökostrom beteiligt ist.
Was muss beim Vertragsschluss beachtet werden: Label und Zertifikate
Bei der Wahl des richtigen Ökostromanbieters werden viele Kunden scheitern, weil zu wenig darüber bekannt ist und niemand genau weiß, was wichtig ist. Daher gibt es die praktischen Label: ‚Grüner Strom Label‘ und ‚ok power-Label‘. Diese beiden Zeichen werden von den Verbraucher- sowie den Naturschutzverbänden herausgegeben. Diese beiden Zertifikate kennzeichnen bestimmte Ökostromangebote. Dabei werden nur die Angebote zertifiziert, die auch eine Garantie für den Neubau umweltschonender Kraftwerke in sich bergen. Daneben gibt es auch noch Auszeichnungen über TÜV-Zertifikate. Allerdings sollten diese mit Vorsicht betrachtet werden.
Zum Teil werden durch dieses Siegel lediglich solche Dinge, wie beispielsweise die Einhaltung einer Preisgarantie zertifiziert, was eher eine Nebensache darstellt. Doch das ist nicht bei allen Zertifikaten, die vom TÜV vergeben werden, der Hauptgrund: Denn einige Stromanbieter erhalten vom TÜV ein Zertifikat für die Einhaltung einer strengen Selbstverpflichtung, die beispielsweise zum Inhalt hat, eine Geschäftsstruktur zu pflegen, die sich von der Atom- und Kohleindustrie unabhängig macht.
Ökostrom Tarife: preislich günstig?
Besonders bei den Ökostromvarianten lohnt sich ein Vergleich. Da diese gesetzlich gefördert werden, können Verbraucher beim Strompreis sparen. Kunden können daher sozusagen zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Monatlich lässt sich etwas Geld bei der Stromrechnung sparen, außerdem kann mit dem Bezug von Ökostrom viel für die Umwelt getan werden.